Mittwoch, 25. Februar 2009

Hier kommt der Mo ...

23.Februar 2009

Die Freude über eine relativ gute und kostenlose Internetverbindung mit meinem Rechner in der Bibliothek des Krankenhauses war relativ kurz.. Denn danach haben wir vergeblich versucht den Rechner wieder zum laufen zu bringen. Damit hat sich unser Rechner früher als wir infiziert. Vermutlich eine Virusinfektion... Die PC-Freaks der Bibliothek meinten es wäre ein Hardwareproblem, vermutlich ein loses Kabel... Bevor ich ihn aber in die Hände irgendeines vermeintlichen Spezialisten gebe, habe ich ihn erst mal selbst mit meinem Spezial-Multi-Tool-Pocket-Knife zerlegt. Aber ich habe nichts gefunden.
Die Woche ging dann doch relativ schnell vorbei. Das Krankenhaus ist und bleibt riesig. Schwer kranke Patienten in vollen Stationen. So langsam finden wir uns zurecht und kommen in den Arbeitsrhythmus hier rein. Wie schon gesagt, sind wir einem Unit zugeordnet. Morgens Visite auf Station. Diese geht meistens bis um 12 Uhr. Danach ist meist nicht viel mehr zu tun für uns und die anderen Docs. Außer an dem Tag wo das jeweilige Unit Dienst hat. Dort gehts dann von 8 bis 8.
Und zwar nicht auf den Stationen, sondern im sogenannten Medical Admission Ward, der Station auf der die Neuaufnahmen eintreffen. Dort sieht man dann eben alles.
Am Samstag morgen haben wir uns dann auf den Weg nach Siavonga, am Karibastausee gemacht. Es ist ein großes Problem hier, von A nach B zu kommen. Innerhalb der Stadt nimmt man sich ein Taxi oder billiger, aber deutlich beengter eines der tausenden Minibusse, deren Eintreiber laut brüllend ihre Passagiere anwerben. Hier geht es um den maximalen Profit. Je mehr Passagiere, desto mehr Gewinn. Genauso die Autos. Diese werden gefahren bis sie auseinander fallen. Das heißt ein Ersatzteil wird dann getauscht, wenn es kaputt ist. Nun, ich muss zu geben, dass ich kein gutes Gefühl habe mit diesen Bussen zu fahren und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum.
Egal es gibt eben hier kein breites öffentliches Verkehrsnetz und schon gar nicht zu diesen entfernt liegenden Städtchen. Wir wollten aber raus aus Lusaka. Hier gibt es nicht viel zu sehen oder zu machen, es ist voller Abgase und Lärm.
Also machten wir uns mit 20 anderen und Unmengen von Gepäck auf den Weg nach Siavonga. Dort angekommen, haben wir uns in der Lake-Safari-Lodge für eine Nacht eingemietet. Das günstigste aller sich hier befindlichen Lodges, dennoch nicht billig. Aber dafür direkt am See gelegen und mit Blick nach Zimbabwe. Hier in Zambia kommt man schnell ins Gespräch. So auch mit Derek aus Kazungula der sich auch den Luxus geleistet hat und in der Hütte neben uns gewohnt hat. Schnell werden hier auch Nummern ausgestauscht und man verabredet sich hier und dort zu treffen. So ist es in Zambia. Für uns ist es schön, so langsam hier und dort Anlaufstellen zu haben. Ein wunderschöner Sonnenuntergang auf der Terrasse der Lodge und ein noch besseres Essen vom Grill (Fisch, Huhn, Spieße, Schweinesteak) machen den Tag perfekt. Leider ist es dort sehr heiß und schwül, so dass wir beide recht schlecht geschlafen haben. In der früh, haben wir uns den Kariba-Staudamm angesehen. Zu Fuß und mit Gepäck war es eine Schweißtreibende Angelegenheit. Dann war es auch schon wieder Zeit die Heimfahrt zu planen. Ein Chaos wie es im Buche steht. Bis wir uns endlich voll gepackt wie nun schon fast gewohnt auf den Weg gemacht haben, verging sicherlich eine Stunde. Noch eben schnell zu der einen Hütte, um noch dies und jenes samt Besitzer einzuladen.... Nach 30 km fand unsere Fahrt ein jähes Ende, als bei deutlich über 100km/h ein Reifen sich halb verabschiedete. Gott sei Dank bekam der Fahrer den Wagen unter Kontrolle, sonst wäre uns sicher einiges an Fisch, Kinder und anderem um die Ohren geflogen. Zum Glück hat sich nur die oberste Schicht des Reifens gelöst. Mehr wollen wir uns gar nicht ausmahlen. Mir sind noch gut die Bilder aus Zimbabwe im Kopf, wenn wir zu solchen Unfällen ausgerückt sind.
Ich hatte auf jeden Fall die Schnauze voll und habe das nächste Auto angehalten und sind mit diesem weiter gefahren nach Lusaka.
Zu Hause angekommen, bin ich daran gegangen den Rechner instand zu setzen. Zusammen mit vielen anderen habe ich am Abend das Eröffnungsspiel des Afrika-Cups angesehen. Zambia hat souverän 3:0 gegen die Elfenbeinküste gewonnen.
Heute, Montag, ging es natürlich wieder in die Klinik. Um 2 haben wir uns aufgemacht zum Immigration-Office um unsere Visa zu verlängern. Die Frage ist ja auch immer noch ob ich wirklich 4 Monate bleiben kann. Anscheinend ist es möglich... Auf dem Weg hat mir ein älterer Herr noch versucht mir den Geldbeutel aus der Hose zu ziehen. Wie es im Buche steht. Erst rempelt er mich an ich drehe mich um und sage sorry er gibt mir die Hand und sagt ah no Problem. Dann will er mir etwas sagen beugt sich dabei runter und tritt völlig unbeholfen auf meinen Fuß. Als ich es geblickt habe hat er bereits den Reißverschluss meiner Hosentasche halb geöffnet. Kein schönes Gefühl! Ich bin gewarnt! So ist es also nun hier soweit. Nicht immer einfach, manchmal anstrengend, manchmal fragt man sich, warum man hier ist. Auf der anderen Seite, sind die meisten Menschen hier sehr freundlich, höflich und vor allem hilfsbereit.

Bis Bald
Meine Nummer hier ist: +260976545746 falls jemand das Bedürfnis hat mir zu schreiben. Leider kommen anscheinend keine unserer SMS nach Deutschland durch.
Ach ja: Ulla, Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!!! Schade dass ich nicht mit Dir feiern kann.

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