Herzliche Grüße zu Ostern aus Lusaka....
Ehrlich gesagt waren unsere Osterfeiertage alles andere als ein „frohes Fest“. Waren wir letzte Woche voller Vorfreude auf unseren gemeinsamen Ausflug nach Mongu zur legendären Kuomboka-Zeremonie, so wurden unsere Erwartungen am Freitag morgen zerschlagen. Ich hatte noch bis Donerstag spät abends gearbeitet, weil meine Unit „on Call“ war. Als ich hierher kam, hatte Brian, der Fahrer und Besitzer des Busses, mit dem wir dorthin reisen wollten, bereits erklärt, dass sein Boss ihn zum arbeiten am Wochenende eingetragen hatte. Außerdem waren er und jason bereits betrunken und so haben wir alle weiteren Pläne auf Freitag morgen, der Tag unserer Abreise verschoben. Am Freitag morgen haben wir vergeblich versucht Henry zu erreichen, in dessen Onkels Haus wir untergebracht sein sollten. Nun muss man sich dass ungefähr so vorstellen wie in München zur Zeit des Oktoberfests. Halb Zambia macht sich auf die Socken um dort zu sein. Also sind alle Unterkünfte restlos ausgebucht. Gegen Mittag rief Henry dann endlich zurück und verkündete, dass er heute sowieso nicht fahren könnte und darüber hinaus das Haus eh nicht frei sein sollte. Nun muss man aber auch wissen, dass über Ostern alle Lodges und Herbergen sonstwo ausgebucht sind. So haben wir vergeblich versucht, in den 4 freien Tagen hier aus Lusaka heraus zu kommen. Ich war ziemlich sauer, hatten wir doch alles 3 Wochen vorher geplant und uns auf unsere Freunde verlassen, dass alles zu organisieren. So haben wir eben hier ausgeharrt, versucht möglichst lange zu schlafen und heute, Sonntag, Großputz unserer „Wohnung“ gemacht, sowie unsere Wäsche gewaschen. So istes halt hier und ich glaube ich habe es weiter oben schon einmal erwähnt. Hier wird vor allem von den Männern große Töne gespuckt, aber vieles ist überhaupt nicht war. So ist jason auch überhaupt kein Doctor sondern „nur“ ein Bio-Ingenieur. Fazit: man kann nur wenig glauben was einem erzählt wird und sich selten etwas verlassen. Das, ist schade, aber irgendwann muss man es lernen.
So „peacefull“ die Zmabianer sich selbst gerne betiteln ist es hier dann auch nicht. Am Donnerstag kamen 2 Frauen mit Brüchen und Weichteilverletzungen ins Krankenhaus, die ihnen von ihren Männern zugefügt wurden. Weiterhin liegen 2 Männer mit Schussverletzungen auf den Stationen, die sie bei einem Überfall, erhalten hatten. Es ist sicherlich nicht vergleichbar mit Süd Afrika. Die Gewalt findet aber sicherlich hinter geschlossenen Fenstern statt. Das erschüttert mich. Denn es bleibt den Frauen nicht viel übrig als sich dem Schicksal zu fügen. Den eigenen Mann anzeigen bedeutet anschließend ohne allem auf der Straße zu stehen. Gesellschaftlicher und finanzieller Ruin.
Gerade kommen wir zurück von einem kleinen Ausflug. Wir waren hier in der Nähe was kleines Essen mit Rudo und ihrem ein gutes Jahr altem Kind Joy. Dann haben wir einen großen Spaziergang nach hause gemacht. Auf dem Rücken der Mutter ist das Kind schnell in den Schlaf gewiegt. Die letzten paar hundert Meter trage ich das Kind. Es wacht kurz auf, lässt dann aber bald wieder ihren Kopf auf meine Schulter sinken und schläft. Es macht noch keinen Unterschied zwischen Weiss und Schwarz, Gut und Böse. Auf der Strasse kommt mir ein Mann entgegen, er beginnt zu klatschen und sagt im Vorbeigehen: „ There`s no gender equality this side. Respect my friend. Keep it up!!“. So wird man immer wieder in Afrika überrascht.
Bis bald...
MO
Dienstag, 14. April 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen