Montag, 20. April 2009

Halkbzeit ist vorbei

So nun ist es an der Zeit Halbzeitbilanz zu ziehen:

  1. Unzählige Moskitos und Kakerlaken allein in unserem Zimmer erledigt

  2. Nicht ganz so viele Biere sind unten geflossen

  3. Viele Stunden haben wir im Krankenhaus geschafft

  4. Viele viele Passiancen haben wir gespielt

  5. wir haben so viele nette Menschen kennengelernt

  6. Zuverlässigkeit ist hier oft ein Fremdwort

  7. Inzwischen war ich 6 mal beim Immigration-Office 8morgen haben sie zumindest mein Visum versprochen, siehe 6. !!!)

  8. Noch ist kein Patient an den Folgen von HIV gestorben, nur viele an den Folgen

  9. Noch ist keiner von uns ernsthaft krank geworden

  10. Noch sind wir nicht ganz schwarz...

  11. Noch sind wir nicht verheiratet

  12. Wir fühlen uns hier wohl

  13. Afrika ist nicht immer warm (ich sitze hier heute Abend mit 2 Pullis und Mütze!!)

  14. Bisher wurde nur ein Pulli von mir gestohlen (von der Wäscheleine)


Irgendwie ist so viel passiert, aber es ist schwer alles hier zu erfassen. Deswegen ist obige Liste alles andere als eine komplette Bilanz...

Inzwischen haben wir beide unsere Visa bekommen. Insgesamt war ich dann acht mal dort. Egal nun besitzen wir einen kleinen eigenen zambischen Pass und haben ein Visum bis Ende März 2010.

Freitag Abend waren wir mit Sina und Tindi richtig lang unterwegs. Zuerst hier unten im Club, dann ab nach Downtown Lusaka in eine der angesagtesten und teuersten Disko: Chez Ntemba.

Ich habe mich nur bedingt wohl gefühlt. Bis auf die Musik, war es wie in Europa. Mir gefallen besser die veranzten und billigen lokale hier in Kabwata mit ihren kaputten Boxen, vergitterten Theken, Billardtischen mit krummen Kös und jeder Menge lärmender Menschen.

Aber es heißt, man muss einmal dort gewesen zu sein.

Jule hat nun doch ganz kurzfristig eine Zusage für das St. Francis Hospital in Katete bekommen und fährt Montag morgen die weite Strecke dorthin.

Freitag war Rebecca (die Schweizer Ärztin) kurz zu Besuch. Zusammen mir ihr waren wir im Kamwala-Market. Die Fahrt dorthin war wieder typisch für hier. Die Schiebetür des Minibusses hat sich zunächst geweigert zu schließen. Dann ist sie aus ihrer oberen Schiene geflogen (nichts ungewohntes) und am ende fiel sie ganz heraus. Wir (und einige andere im Bus) haben uns das Lachen verkniffen. Es sind einfach Schrottlauben, aber jede Fahrt ist ein Abenteuer und irgendwie lustig.

Ich bin auch quasi auf dem Sprung. Freitag morgen wartet das nächste Abenteuer. Endlich geht es nach Zimbabwe. Bis dahin ist noch viel zu erledigen. Also wartet eine stressige Woche auf mich. Ich bin gespannt, wie die Situation in Zimbabwe ist und hoffe, dass alles gut geht.

Davor melde ich mich aber bestimmt noch ein paar mal.

Bis bald


MO

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